GOOG oder GOOGL — welche der beiden ist „die Google-Aktie“?
Die häufigste Frage vorab, deshalb gleich zu Beginn: Alphabet hat zwei börsennotierte Aktienklassen, und beide finden Sie an der NASDAQ.
- GOOGL (Klasse A) — mit Stimmrecht, eine Stimme je Aktie.
- GOOG (Klasse C) — ohne Stimmrecht.
Wirtschaftlich sind sie identisch: gleiche Dividende, gleicher Anteil am Gewinn, praktisch synchroner Kursverlauf. Und das Stimmrecht der Klasse A? Ehrlich gesagt Symbolik. Es existiert nämlich noch eine Klasse B, die nicht an der Börse gehandelt wird — über sie kontrollieren die Gründer Larry Page und Sergey Brin das Unternehmen, egal wie viele A-Aktien Kleinanleger einsammeln. Für Sie als Privatanleger gilt deshalb die einfache Regel: Kaufen Sie das Kürzel, das Ihr Broker listet. Bei eToro ist das GOOG, und genau darum geht es in dieser Anleitung.
Noch ein Punkt zur Abgrenzung: Ich spreche hier von der echten Aktie, nicht vom CFD. Ein CFD ist eine gehebelte Wette auf den Kurs — mit Übernachtgebühren und ohne Eigentum am Unternehmen. Bei eToro entscheidet der Hebelregler: X1 bedeutet echte Aktie, alles darüber ist ein CFD. Ich lasse den Regler grundsätzlich auf X1.
Google-Aktie kaufen: die Schritte, wie ich sie durchgeklickt habe
Ich bin den kompletten Ablauf bei eToro Schritt für Schritt durchgegangen — so sieht er aus:
- Konto eröffnen. Auf der eToro-Anmeldeseite E-Mail, Benutzername und Passwort eingeben, AGB bestätigen. Dauert zwei Minuten.
- Identität verifizieren (KYC). Ausweis fotografieren, Adressnachweis hochladen, Fragebogen zu Anlagekenntnissen ausfüllen. Das ist EU-weit vorgeschrieben und lässt sich nicht überspringen — rechnen Sie mit Minuten bis wenigen Stunden Wartezeit.
- Einzahlen. Sie zahlen in EUR ein, das eToro-Konto wird aber in USD geführt — die Umrechnung passiert automatisch zum eToro-Kurs. Mein Tipp aus der Praxis: Wer die Euro vorher selbst in Dollar tauscht (etwa über Revolut) und Dollar einzahlt, spart ein paar Zehntelprozent bei der Umrechnung. Zur Orientierung: 1 EUR entspricht Mitte Juli 2026 etwa 1,14–1,15 USD.
- GOOG suchen. In die Suchleiste „GOOG“ eintippen, das Instrument öffnen, auf „Traden“ klicken.
- Betrag eingeben, Hebel X1 kontrollieren, kaufen. Ab 10 USD kaufen Sie ein Bruchstück — bei einem Kurs von rund 371 USD (Juli 2026) wären das etwa 0,03 Aktien. Bei geöffneter Börse wird die Order sofort ausgeführt; die NASDAQ handelt werktags von 15:30 bis 22:00 Uhr MESZ. Wer vormittags kauft, bekommt eine Order, die erst zur US-Eröffnung ausgeführt wird.
Zu den Kosten: eToro berechnet 1 USD pro Kauf und 1 USD pro Verkauf echter Aktien — nicht null, aber bei gelegentlichen Käufen zu verschmerzen. Die pauschalen 5 USD pro Auszahlung ärgern mich dagegen aus Prinzip; bei kleinen Beträgen fressen sie spürbar an der Rendite, also lieber seltener und größer auszahlen.
Was Sie wissen sollten, bevor Sie auf „Kaufen“ klicken
Vier Dinge, die man bei Alphabet auf dem Zettel haben sollte — als Beobachtung, nicht als Empfehlung:
- Werbung zahlt immer noch fast alles. Suche und YouTube sind die Cashcow; Google Cloud wächst, aber das Werbegeschäft trägt das Haus. Wer GOOG hält, hält vor allem den globalen Werbemarkt.
- KI ist ein zweischneidiges Schwert. Alphabet baut mit Gemini eigene Spitzenmodelle — gleichzeitig ist KI-gestützte Suche die erste ernsthafte Bedrohung für das klassische Suchgeschäft seit dessen Bestehen. Beides steckt im selben Kurs.
- Kartellverfahren laufen. In den USA wie in der EU sind Wettbewerbsverfahren gegen Alphabet anhängig. Ausgang offen — von Auflagen bis zu strukturellen Eingriffen ist vieles denkbar.
- Der Kurs hat sich binnen eines Jahres etwa verdoppelt. Die 52-Wochen-Spanne reicht von rund 181 bis 404 USD; im Juli 2026 stehen wir bei etwa 371 USD. Wer heute einsteigt, kauft nach einem sehr starken Lauf — das kann weitergehen, muss aber nicht.
- Und eine Randnotiz: Seit 2024 zahlt Alphabet erstmals eine Dividende — 0,88 USD je Aktie und Jahr, also rund 0,2 % Rendite. Ein Neuling unter den Dividendenzahlern, eher Geste als Einkommensquelle. Zum Vergleich: Microsoft erhöht seine Ausschüttung seit über einem Jahrzehnt jährlich, während Nvidia und erst recht Tesla in einer ganz anderen Volatilitätsliga spielen. Wer statt einer Einzelaktie lieber den ganzen US-Markt nimmt, findet in unserem Guide zum S&P 500 per ETF die Alternative. Welche dieser Möglichkeiten — wenn überhaupt eine — Sie wählen, hängt allein von Ihrer Risikotoleranz und Ihrem Anlagehorizont ab; eine Empfehlung ist das nicht.
💡 Am Rande: eToro führt derzeit eine Aktion für Neukunden, bei der nach der ersten Einzahlung ein selbst gewähltes echtes Asset als Anmeldeprämie gutgeschrieben wird. Die Bedingungen und Details habe ich im Artikel zur eToro-Anmeldeprämie aufgeschlüsselt. Auf die oben beschriebenen Kaufschritte hat die Aktion keinerlei Einfluss.
Steuern: was das Finanzamt von Ihren GOOG-Gewinnen will
- Verkaufsgewinne: pauschal 25 % Abgeltungsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Steuer — effektiv 26,375 %, mit Kirchensteuer rund 27,8–28 %. Eine Haltefrist wie bei Krypto gibt es bei Aktien nicht: verkauft ist steuerpflichtig, egal nach wie vielen Jahren.
- Sparer-Pauschbetrag: 1.000 EUR Kapitalerträge pro Jahr bleiben steuerfrei (2.000 EUR bei Zusammenveranlagung) — das deckt Dividenden, Zinsen und Kursgewinne gemeinsam ab.
- Ausländischer Broker = Selbstdeklaration. eToro führt keine deutsche Steuer ab. Sie erklären Ihre Kapitalerträge selbst in der Anlage KAP der Steuererklärung; dort wird die Abgeltungsteuer festgesetzt.
- US-Dividende: Die USA behalten dank des hinterlegten W-8BEN-Formulars 15 % statt 30 % Quellensteuer ein; diese 15 % werden voll auf die deutsche Steuer angerechnet — die Gesamtbelastung bleibt bei rund 26,375 %.
Wir sind keine Steuerberater — bei individuellen Fragen, insbesondere zu Kirchensteuer oder Verlustverrechnung, hilft ein Steuerprofi weiter.
Mein Fazit zum Ablauf
Der Kaufprozess selbst ist unspektakulär — und das meine ich als Kompliment. Registrierung, KYC, Einzahlung, GOOG suchen, X1, kaufen: Wer den Ablauf einmal durchgeklickt hat, braucht beim zweiten Mal keine fünf Minuten. Die zwei Stellen, an denen man Geld liegen lässt, sind die EUR-USD-Umrechnung bei der Einzahlung und die 5 USD pro Auszahlung — beides lässt sich mit etwas Planung klein halten.
Bleibt die Frage an Sie: Was hält Sie bei Alphabet eher zurück — die Kartellverfahren, die Unsicherheit um die KI-Suche oder schlicht der verdoppelte Kurs? Schreiben Sie es in die Kommentare, ich lese mit.
