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Wie investiert man in den S&P 500 bei eToro — Illustration zur Anleitung (ETF SXR8)

Wie investiert man in den S&P 500? (Aus Deutschland)

Der Weg von null zum ersten S&P-500-ETF-Anteil bei eToro — mit den zwei Besonderheiten, die Anleger in Deutschland vorher kennen sollten.

Den S&P 500 selbst kann niemand kaufen — er ist nur eine Rechengröße. Gekauft wird ein ETF, der den Index nachbildet, und genau da beginnen für Anleger aus Deutschland zwei Besonderheiten: Die bekannten US-Fonds SPY und VOO sind für EU-Privatanleger gar nicht handelbar, und die europäische Alternative SXR8 schüttet keine Dividende aus, sondern legt sie automatisch wieder an. Ich habe den Ablauf bei eToro Schritt für Schritt durchgeklickt und beschreibe hier den ganzen Weg — inklusive Kosten, Risiken und der deutschen Fondsbesteuerung.

In den S&P 500 investieren Sie über einen UCITS-ETF — bei eToro ist das der iShares Core S&P 500 UCITS ETF, Ticker SXR8 (Xetra), mit 0,07 % laufenden Kosten pro Jahr. Der Ablauf: Konto eröffnen, KYC durchlaufen, EUR einzahlen (wird in USD umgerechnet), in der Suche SXR8 eintippen — nicht „S&P 500“, das liefert CFDs — und mit Hebel X1 kaufen. Dank Bruchteilen geht das ab 10 USD, eine Orderprovision fällt bei ETFs nicht an. Gehandelt wird zu den Xetra-Zeiten, 9:00–17:30 Uhr MEZ.

Mindesteinzahlung50 €
RegulierungCySEC, FCA, ASIC

eToro ist eine Multi-Asset-Investmentplattform. Der Wert Ihrer Anlagen kann steigen oder fallen. Ihr Kapital ist Risiken ausgesetzt. 51 % der Kleinanlegerkonten verlieren beim CFD-Handel mit diesem Anbieter Geld.

Der ganze Ablauf in 6 Schritten

  1. 1

    Konto bei eToro eröffnen

    Öffnen Sie die Anmeldeseite von eToro, geben Sie E-Mail, Benutzernamen und Passwort ein und bestätigen Sie die Bedingungen. Das dauert etwa zwei Minuten.

  2. 2

    Identität verifizieren (KYC)

    Ausweis, Adressnachweis und ein Fragebogen zu Ihren Anlageerfahrungen — in der EU gesetzlich vorgeschrieben, überspringen lässt sich das nicht. Die Prüfung dauert Minuten bis wenige Stunden.

  3. 3

    Euro einzahlen

    Sie zahlen in EUR ein, das eToro-Konto wird aber in USD geführt — die Umrechnung erfolgt zum eToro-Kurs. Wer den Betrag vorher selbst in USD tauscht (z. B. über Revolut), spart ein paar Zehntelprozent.

  4. 4

    Den Ticker SXR8 suchen — nicht „S&P 500“

    Tippen Sie in die Suche exakt SXR8 ein. Die Suche nach „S&P 500“ liefert zuerst den Index-CFD — ein gehebeltes Derivat, das Sie hier nicht wollen.

  5. 5

    Kauforder mit Hebel X1 aufgeben

    Betrag ab 10 USD eingeben, Hebel auf X1 prüfen (X1 = echter Fondsanteil; alles darüber wäre ein CFD mit Übernachtgebühren und ohne Eigentum) und bestätigen.

  6. 6

    Liegen lassen

    Der ETF thesauriert — die Dividenden der 500 Unternehmen fließen automatisch in den Anteilspreis. Es gibt nach dem Kauf schlicht nichts zu verwalten.

Wer zum ersten Mal „S&P 500 kaufen“ in eine Suchmaske tippt, stolpert über zwei Dinge, die kaum ein Ratgeber vorab erklärt. Ich nehme sie deshalb an den Anfang, denn sie bestimmen alles Weitere.

Erstens: Die berühmten US-ETFs können Sie gar nicht kaufen. SPY und VOO — die Fonds, die in jedem amerikanischen Finanzvideo vorkommen — sind für Privatanleger in der EU nicht handelbar. Die PRIIPs-Verordnung verlangt ein Basisinformationsblatt, das US-Fonds nicht liefern, also darf kein EU-Broker sie Ihnen verkaufen. Die europäische Antwort heißt UCITS-ETF: gleicher Index, in der EU zugelassen. Bei eToro ist das der iShares Core S&P 500 UCITS ETF, Ticker SXR8, gehandelt an der Xetra zu deren Öffnungszeiten von 9:00 bis 17:30 Uhr MEZ.

Zweitens: Es gibt hier nichts zu reinvestieren. Der SXR8 ist thesaurierend — die Dividenden der 500 Unternehmen fließen automatisch in den Anteilspreis zurück. Keine Ausschüttung auf dem Konto, keine Wiederanlage von Hand, keine Dividendenverwaltung. Für einen langfristigen Sparplan ist das ein Feature, kein Mangel: Der Zinseszins läuft, ohne dass Sie etwas tun.

In fünf Schritten zum ersten SXR8-Anteil

Ich habe den Ablauf bei eToro selbst komplett durchgeklickt — von der leeren Anmeldemaske bis zur Ordermaske. So sieht er aus:

  1. Konto eröffnen. Auf der Anmeldeseite von eToro E-Mail, Benutzernamen und Passwort eingeben. Zwei Minuten.
  2. Identität verifizieren. Ausweis, Adressnachweis, Fragebogen zu Ihren Anlageerfahrungen. Das ist EU-weit vorgeschrieben und lässt sich nicht überspringen; gerechnet werden sollte mit Minuten bis wenigen Stunden Wartezeit.
  3. Euro einzahlen. Hier kommt die Eigenheit, die mich am meisten stört: eToro führt das Konto in USD. Ihre EUR-Einzahlung wird zum eToro-Kurs umgerechnet. Wer vorher selbst tauscht (etwa über Revolut) und USD einzahlt, spart ein paar Zehntelprozent — bei größeren Beträgen lohnt sich der Umweg. Zur Orientierung: Mitte Juli 2026 kostet 1 EUR etwa 1,14–1,15 USD.
  4. Den Ticker suchen — nicht den Indexnamen. Tippen Sie SXR8 in die Suche. Wer stattdessen „S&P 500“ eintippt, bekommt zuerst den Index-CFD angeboten: ein gehebeltes Derivat mit Übernachtgebühren, bei dem Ihnen nichts gehört. Das ist die häufigste Anfängerfalle auf der Plattform.
  5. Order mit Hebel X1 aufgeben. Betrag ab 10 USD, Hebel auf X1 kontrollieren — X1 heißt echter Fondsanteil, alles darüber wäre wieder ein CFD — und bestätigen. Während der Xetra-Zeiten wird die Order sofort ausgeführt.

Danach: nichts. Das ist der ganze Reiz der thesaurierenden Klasse.

Was der Kauf kostet

Die Rechnung ist beim ETF angenehm kurz. Orderprovision: keine — eToro berechnet bei ETFs weder für den Kauf noch für den Verkauf etwas (bei echten Aktien wären es 1 USD je Richtung). Die laufenden Fondskosten (TER) des SXR8 betragen 0,07 % pro Jahr und werden im Anteilspreis verrechnet; bei 1.500 EUR Anlage sind das rund 1 EUR jährlich. Bleiben zwei Posten, die nicht am ETF hängen, sondern am Broker: die EUR-USD-Umrechnung bei Ein- und Auszahlungen (siehe Schritt 3) und die Auszahlungsgebühr von 5 USD pro Transaktion. Letztere ärgert mich aus Prinzip, auch wenn sie bei einer Haltedauer von Jahren praktisch keine Rolle spielt. Ein Inaktivitäts- oder Kontoführungsentgelt fällt im normalen Betrieb nicht an.

Was Sie da eigentlich kaufen

„500 größte US-Unternehmen“ klingt nach maximaler Streuung — ganz so ist es nicht mehr. Der Index gewichtet nach Börsenwert, und Stand Juli 2026 machen allein Nvidia, Microsoft, Apple und Alphabet zusammen über ein Viertel des Index aus. Wer den S&P 500 kauft, kauft also zu einem erheblichen Teil eine Wette auf große US-Technologiekonzerne — deutlich ruhiger als jede dieser Aktien einzeln, aber kein neutraler Querschnitt der Weltwirtschaft.

Und der Index fällt, wenn der Markt fällt: −57 % in der Finanzkrise 2008, −34 % im Frühjahr 2020. Solche Einbrüche muss ein Sparplan aushalten können, ohne dass Sie in Panik verkaufen. Dazu kommt für Anleger in Deutschland das Währungsrisiko: Der Index rechnet in Dollar, Ihre Rendite in Euro schwankt also zusätzlich mit dem EUR/USD-Kurs — in beide Richtungen. Ob ein Indexfonds, eine Einzelaktie oder gar nichts davon zu Ihnen passt, hängt von Ihrer Risikotoleranz und Ihrem Anlagehorizont ab — diese Entscheidung kann und will Ihnen dieser Artikel nicht abnehmen.

💡 eToro schreibt Neukunden derzeit nach der ersten Einzahlung ein selbst gewähltes echtes Asset als Anmeldeprämie gut. Was genau dahintersteckt und welche Bedingungen gelten, haben wir im Artikel zur eToro-Anmeldeprämie aufgeschrieben. Auf die Kaufschritte oben hat die Aktion keinerlei Einfluss.

Steuern: die Vorabpauschale gehört dazu

Bei einem thesaurierenden ETF über einen ausländischen Broker gibt es drei Dinge zu wissen:

  • Grundsatz: Gewinne und Fondserträge unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag, effektiv 26,375 % (ggf. zuzüglich Kirchensteuer). Bei Aktien-ETFs wie dem SXR8 greift die Teilfreistellung von 30 % — knapp ein Drittel aller Erträge bleibt steuerfrei.
  • Vorabpauschale: Weil der Fonds nichts ausschüttet, besteuert Deutschland jährlich einen fiktiven Mindestertrag: Fondswert am 1. Januar × Basiszins × 0,7, gedeckelt auf den tatsächlichen Jahreszuwachs. Der Basiszins für 2026 liegt bei 3,20 %; die Pauschale für 2026 gilt steuerlich als Anfang Januar 2027 zugeflossen. Beim späteren Verkauf werden bereits versteuerte Pauschalen angerechnet — doppelt zahlen Sie nicht.
  • Der eToro-Haken: Ein ausländischer Broker führt keine deutsche Steuer ab. Anders als bei einem deutschen Depot müssen Sie Kapitalerträge — auch die Vorabpauschale — selbst über die Anlage KAP in der Steuererklärung angeben. Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 EUR pro Jahr (2.000 EUR bei Zusammenveranlagung) steht Ihnen dabei genauso zu.

Das ist der Punkt, an dem eToro spürbar mehr Eigenverantwortung verlangt als ein deutscher Anbieter. Und der übliche Schlusssatz gilt hier besonders: Wir sind keine Steuerberater — im Zweifel gehört Ihr konkreter Fall in professionelle Hände.

Mein Fazit zum Ablauf

Der Kaufprozess selbst ist der unspektakulärste Teil der ganzen Geschichte: fünf Schritte, keine Orderprovision, Bruchteile ab 10 USD, und nach dem Kauf verwaltet sich der Fonds von allein. Die echten Stolpersteine liegen daneben — das USD-Konto mit seiner Umrechnung und die Steuererklärung, die Ihnen niemand abnimmt.

Wie halten Sie es mit dem S&P 500 — Sparplan-Klassiker oder zu viel US-Tech-Konzentration für Ihren Geschmack? Schreiben Sie es in die Kommentare, ich lese mit.

Fazit

Ich habe den kompletten Ablauf bei eToro selbst durchgeklickt, vom Formular bis zur Ordermaske. Für den ETF-Kauf gefällt mir vor allem eines: keine Orderprovision und Bruchteile ab 10 USD — damit ist die Einstiegshürde praktisch null. Was mich stört, ist das reine USD-Konto: Jede EUR-Einzahlung läuft durch die hauseigene Umrechnung, und die 5 USD Auszahlungsgebühr ärgern mich aus Prinzip, auch wenn sie bei langen Haltedauern kaum ins Gewicht fällt. Und weil eToro keine deutsche Abgeltungsteuer einbehält, wandert die Steuererklärung mit Anlage KAP auf Ihren Schreibtisch — das nimmt Ihnen ein deutscher Depotanbieter ab, eToro nicht. Wer damit leben kann, bekommt einen sehr reibungslosen, günstigen Kaufprozess.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Wie investiere ich in den S&P 500?
Über einen ETF, der den Index nachbildet. Bei eToro: Konto eröffnen, Identität verifizieren, EUR einzahlen, in der Suche den Ticker SXR8 eintippen (iShares Core S&P 500 UCITS ETF) und mit Hebel X1 kaufen. Dank Bruchteilen reichen 10 USD für den Anfang.
Kann ich als Anleger in Deutschland SPY oder VOO kaufen?
Nein. Die US-ETFs SPY und VOO haben kein PRIIPs-Basisinformationsblatt, deshalb dürfen EU-Broker sie Privatanlegern nicht anbieten. Die europäische Entsprechung sind UCITS-ETFs wie der iShares Core S&P 500 (SXR8) — gleicher Index, in der EU zugelassen.
Ab welchem Betrag kann ich in den S&P 500 investieren?
Bei eToro ab 10 USD, weil Bruchteile von ETF-Anteilen gekauft werden können. Eine Orderprovision fällt bei ETFs nicht an; die laufenden Fondskosten des SXR8 betragen 0,07 % pro Jahr.
Schüttet der SXR8 eine Dividende aus?
Nein — er ist thesaurierend (Acc). Die Dividenden der 500 Unternehmen werden automatisch im Fonds wieder angelegt und stecken im Anteilspreis. Es landet also nie eine Ausschüttung auf dem Konto, und es gibt nichts manuell zu reinvestieren.
Was ist die Vorabpauschale?
Eine jährliche Pauschalbesteuerung thesaurierender Fonds: Fondswert am 1. Januar × Basiszins × 0,7, gedeckelt auf den tatsächlichen Wertzuwachs des Jahres. Der Basiszins für 2026 beträgt 3,20 %. Bereits versteuerte Vorabpauschalen werden beim späteren Verkauf angerechnet, es kommt also nicht zur Doppelbesteuerung.
Wie stark kann der S&P 500 fallen?
Deutlich: 2008 verlor der Index rund 57 %, im Frühjahr 2020 rund 34 %. Die Streuung über 500 Unternehmen schützt vor dem Ausfall einzelner Firmen, nicht vor einem Einbruch des gesamten US-Markts.
Ist eToro für Kunden aus Deutschland reguliert?
Ja. Für EU-Kunden ist die von der zyprischen CySEC beaufsichtigte eToro-Gesellschaft zuständig, die ihre Dienstleistung per EU-Passporting nach Deutschland erbringt. Die KYC-Prüfung bei der Kontoeröffnung ist Teil dieser EU-Regulierung.
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