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Trade Republic hat die Orderausführung umgebaut — das ist neu

Eine neue EU-Regel zwang Europas Neobroker dazu, ihr Geschäftsmodell beim Handel zu überdenken. Die Antwort von Trade Republic ist seit dem 2. Juli live: Sie verändert, wie Ihre Orders ausgeführt werden, und bringt zwei neue Preisoptionen sowie eine Web-Plattform. Warum, das verstehen Sie am besten über die Regel, die alles ausgelöst hat.

RewardHunter RewardHunter Wer ich bin → 14. Juli 2026 · 4 min · 3 quellen
Eine Trading-App leitet eine Order über mehrere Börsen, um den besten Preis zu finden — Illustration des neuen Ausführungsmodells von Trade Republic
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Trade Republic hat gerade die Maschinerie hinter jeder Order umgebaut, die Sie aufgeben — jenen Teil, an den die meisten nie denken, bis sich ihre Gebühren oder Ausführungen ändern. Am 2. Juli ist eine neue Art der Orderausführung an den Start gegangen, dazu zwei neue Preisoptionen und, zum ersten Mal, eine richtige Web-Plattform. Sinn ergibt das Ganze aber erst, wenn Sie die Regel kennen, die es erzwungen hat. Damit fangen wir an.

Die Regel, die alles ausgelöst hat

Viele App-basierte Broker in Europa haben jahrelang auf leisem Weg Geld verdient — über das sogenannte Payment for Order Flow, kurz PFOF. Ganz einfach erklärt: Wenn Sie auf "Kaufen" tippen, muss der Broker diese Order irgendwohin zur Ausführung schicken. Statt zu vergleichen, leitete er Ihre Orders an einen bestimmten Handelsplatz — und dieser Platz zahlte dem Broker für das zugeführte Geschäft eine kleine Vergütung. Sie haben davon nichts gesehen, doch es war ein echter Teil davon, wie ein "kostenloser" oder fast kostenloser Broker sein Geld verdiente. (Bei Trade Republic schätzten Berichte den Anteil auf rund 30 % des Umsatzes.)

Die EU kam zu dem Schluss, dass diese Konstruktion einen Interessenkonflikt schafft — der Broker hat einen Grund, den Platz zu wählen, der ihn bezahlt, nicht zwingend den besten für Sie — und hat sie verboten. Das Verbot geht auf eine EU-Regel zurück (MiFIR, Artikel 39a); der Stichtag, der wirklich griff, war der 30. Juni 2026, als die befristete deutsche Ausnahme auslief. Ab da brauchten Broker, die sich auf PFOF stützten, einen neuen Weg, um am Handel zu verdienen.

So viel zum Hintergrund. Alles, was Trade Republic angekündigt hat, ist die Antwort darauf.

Was Trade Republic tatsächlich geändert hat

Drei Dinge, live seit dem 2. Juli:

  • Best Price — der neue Standard. Statt an einen bevorzugten Platz zu leiten, stellt Trade Republic nach eigener Aussage nun ein aggregiertes Orderbuch über alle relevanten liquiden Börsen zusammen und führt Ihre Order zum besten verfügbaren Preis aus, bei jeder Ordergröße. Der Preis: eine pauschale Abwicklungsgebühr von 1 € — beachten Sie aber die Formulierung "zzgl. Kosten Dritter und Spreads", das 1 € ist also nicht buchstäblich der gesamte Preis eines Trades.
  • Direct Price — eine neue, optionale Orderart für alle, die lieber selbst wählen. Sie suchen sich die Börse selbst aus 30 globalen Handelsplätzen aus (XETRA, Euronext, Nasdaq und weitere) und zahlen 2 € pro Trade, unabhängig von der Größe.
  • Web Terminal — die erste browserbasierte Plattform von Trade Republic. Bisher gab es nur die App; jetzt gibt es einen Desktop-Arbeitsplatz mit Charting, Screenern, Portfolio-Analyse und Live-Marktdaten, gedacht für aktivere Anleger.

Darunter liegt ein größeres strukturelles Stück, das man vorsichtig formulieren sollte. Laut Berichten kann Trade Republic den Orderflow nun selbst abwickeln — faktisch in der Mitte der Trades stehen — auf Basis einer Handelsplatz-Lizenz (eines MTF, eines multilateralen Handelssystems), die eine Tochtergesellschaft im Januar 2026 von der deutschen Aufsicht BaFin erhalten hat. Gut zu wissen, aber mit einem Vorbehalt: Diese "Market Maker"-Deutung stammt aus der Presseberichterstattung, nicht aus der eigenen Mitteilung von Trade Republic vom 2. Juli — verstehen Sie sie also als Kontext, nicht als direkte Aussage des Unternehmens.

Was bedeutet das nun für Sie?

Wenn Sie vor allem ganz normale Aktien und ETFs kaufen, ist die praktische Fassung einfach: Ihre Orders bekommen jetzt eine Bestpreis-Suche über mehrere Börsen für pauschal 1 €, und Ihre wiederkehrenden Sparpläne bleiben — laut justETF, auch wenn die eigene Mitteilung von Trade Republic das nicht wiederholt — kostenlos. Für diese Art des Anlegens ist eine Ausführung zum besten Preis für 1 € fair, solange Sie an die Fußnote "zzgl. Spreads und Kosten Dritter" denken.

Wenn Sie aktiver handeln, sind Direct Price und das Web Terminal die Teile, die auf Sie zielen — Kontrolle darüber, wohin eine Order geht, und bessere Werkzeuge als ein Handybildschirm.

So oder so ist das eine strukturelle Änderung bei einem Broker, den bereits Millionen Europäer nutzen, kein zeitlich begrenztes Angebot — also eher zum Verstehen als zum Hetzen. Würde es Ihr Gefühl zum Wechsel hin zu ausgewiesenen 1-€-Gebühren ändern, wenn Sie wüssten, wie Ihr "kostenloser" Broker sein Geld wirklich verdient hat? Genau diese Frage legt diese ganze Episode auf den Tisch. Das ist eine Produktbeobachtung, keine Empfehlung für Trade Republic oder für das Trading — das machen wir hier nicht — und Handel birgt stets das Risiko von Verlusten. Die genauen Bedingungen lesen Sie in der eigenen Mitteilung von Trade Republic, verlinkt unten.

Was sich geändert hatTrade Republic hat die Ausführung von Trades umgebaut, live seit 2. Juli 2026, nach dem EU-Verbot von Payment for Order Flow (PFOF)
Best PriceDer Standard: ein aggregiertes Orderbuch über alle relevanten liquiden Börsen, Ausführung zum besten verfügbaren Preis bei jeder Ordergröße — pauschal 1 € Abwicklungsgebühr (zzgl. Kosten Dritter und Spreads)
Direct Price (neu)Optionale Orderart: Sie wählen selbst aus 30 globalen Börsen (XETRA, Euronext, Nasdaq…) — 2 € pro Trade, unabhängig von der Größe
Web Terminal (neu)Die erste browserbasierte Plattform von Trade Republic: Charting, Screener, Portfolio-Analyse und Live-Daten für aktive Anleger — bisher gab es nur die App
DahinterLaut Berichten kann Trade Republic den Orderflow nun selbst abwickeln, auf Basis einer Handelsplatz-Lizenz, die eine Tochter im Januar 2026 von der BaFin erhielt — die eigene Mitteilung formuliert es nicht so
SparpläneLaut justETF bleiben wiederkehrende Sparplan-Orders kostenlos (die eigene Mitteilung von Trade Republic wiederholt das nicht)
Unsere Einschätzung Wo ist der Haken?
Interessant sind nicht die neuen Buttons — sondern warum es sie gibt. Trade Republic verdiente wie andere EU-Neobroker früher zum Teil über "Payment for Order Flow": Ihre Orders wurden an einen bestimmten Handelsplatz geleitet, der dem Broker für das Geschäft eine Vergütung zahlte. Die EU hat das nun verboten, und wer sich darauf gestützt hat, brauchte ein anderes Modell. Die Antwort von Trade Republic lautet, stattdessen eine kleine, ausgewiesene Ausführungsgebühr zu erheben (1 € im Standard, 2 €, wenn Sie den Handelsplatz selbst wählen) und Orders über viele Börsen zum besten Preis zu leiten statt an einen einzigen bevorzugten Platz. Wenn Sie eine ganz normale Aktie kaufen, ist eine Bestpreis-Suche über mehrere Börsen für pauschal 1 € ein vernünftiges Angebot — achten Sie nur darauf, dass dieses 1 € eine Abwicklungsgebühr "zzgl. Kosten Dritter und Spreads" ist, also nicht buchstäblich der einzige Kostenpunkt. Direct Price und das Web Terminal richten sich an aktivere Trader, die kontrollieren wollen, wohin eine Order geht, und bessere Werkzeuge dafür brauchen. Nichts davon ist ein Grund zur Eile — es ist eine strukturelle Änderung bei einem Broker, den bereits Millionen nutzen, eher zum Verstehen als zum Handeln.

✓ Sinnvoll, wenn…

  • Bestehende Trade-Republic-Nutzer, die wissen wollen, was die neuen Gebühren von 1 € / 2 € und "Best Price" konkret für ihre Orders bedeuten
  • Alle, die neugierig sind, warum das EU-Verbot von PFOF still verändert, wie europäische Neobroker Geld verdienen
  • Aktivere Trader, die schon immer ihre Börse selbst wählen oder vom Desktop statt aus der App handeln wollten

✕ Eher nichts für Sie, wenn…

  • Wer ein Urteil erwartet, ob Trade Republic "der beste Broker" ist — darum geht es hier nicht
  • Buy-and-hold-Sparer mit kostenlosen Sparplänen, für die sich im Alltag wenig ändert
  • Leser, die einen Gebührenvergleich mit anderen Brokern suchen — hier geht es darum, was sich bei Trade Republic geändert hat, nicht um ein Ranking

Quellen

#Trade Republic #PFOF #Orderausführung #Gebühren #Neobroker
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