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Morgenbriefing Nachrichten

Morgenbriefing: Ein chinesisches KI-Modell wird zu Wall Streets größtem Problem

Fünf Meldungen zum Morgenkaffee: ein KI-Modell aus China setzt die US-Chipwerte unter Druck, die Inflation fällt und lässt die Fed kalt, Netflix macht alles richtig — und Apple stellt trotzdem einen Rekord auf.

RewardHunter RewardHunter Wer ich bin → 18. Juli 2026 · 3 min · 6 quellen
Ein Tischkalender mit dem großen Datum 18.07. neben einer Tasse Kaffee und einer Zeitung im Morgengrauen — das Titelbild des Morgenbriefings
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Ein chinesisches KI-Modell wurde diese Woche zu Wall Streets größtem Problem. Zum Wochenschluss am Freitag gaben alle drei großen US-Indizes nach: der S&P 500 auf 7.457,69 (−1,0 %), der Nasdaq auf 25.520,24 (−1,4 %), der Dow auf 52.146,42 (−0,8 %) — und über die Woche hinweg jeder von ihnen im Minus. Ausgelöst hat das ein Start-up namens Moonshot AI, das ein Modell vorstellte und behauptete, damit den Abstand zu den führenden US-Systemen verkleinert zu haben. Der Markt las daraus eine Gefahr für die amerikanischen Chiphersteller. Der Halbleiterindex PHLX (kurz SOX, der das Barometer der Branche ist) hat binnen eines Monats mehr als 13 % verloren — das klingt heftig, ist aber kein Crash: Im Jahresverlauf steht er immer noch rund 63 % im Plus. Nach oben ging in dieser Woche fast nichts; einzig die Energiewerte, weil der Ölpreis wegen der Spannungen im Nahen Osten stieg.

Die Inflation fiel weich aus — nur feiert die Fed das nicht. Der Verbraucherpreisindex CPI (das US-Maß für die Teuerung) für Juni, veröffentlicht am Dienstag, kam auf 3,5 % gegenüber dem Vorjahr; zum Vormonat sanken die Preise um 0,4 %, der stärkste Rückgang seit April 2020. Getragen hat das vor allem billiges Benzin, das sich binnen eines Monats um 9,7 % verbilligte; die Kernrate — die Teuerung ohne die schwankungsanfälligen Posten Energie und Lebensmittel — lag bei 2,6 %. Fed-Chef Kevin Warsh wischte den freundlichen Monat gleich beiseite: „prices are too high“, die Preise seien zu hoch. Entsprechend preisen die Terminmärkte kaum Bewegung ein: Das Werkzeug FedWatch der Terminbörse CME, das aus den Marktpreisen die Zinserwartungen ableitet, sieht eine Wahrscheinlichkeit von rund 89 %, dass die Fed am 29. Juli den Leitzins bei 3,50–3,75 % belässt. Für Sparer heißt das: Solange die Zinsen oben bleiben, bleibt auch der Zins oben, den Broker auf nicht investiertes Guthaben zahlen.

Netflix hat alles richtig gemacht — und die Aktie fiel trotzdem. Im zweiten Quartal, gemeldet am Donnerstag, setzte der Konzern rund 12,56 Milliarden USD um, ein Plus von 13 % gegenüber dem Vorjahr, die Margen wie erwartet. Der Haken steckte im Ausblick: Für das laufende Quartal stellt Netflix rund 12,86 Milliarden USD in Aussicht (etwa +11,7 %) — knapp unter den rund 13 Milliarden, mit denen die Analysten gerechnet hatten. Die Jahresprognose engte das Unternehmen auf 51 bis 51,4 Milliarden USD ein. Nachbörslich verlor die Aktie 8,5 %. Nebenbei kündigte Netflix an, künftig weniger Zahlen zur Nutzung und zu den Zuschauern zu veröffentlichen.

Apple dagegen erreichte ein Rekordhoch. Die Aktie schloss am Freitag so hoch wie nie, der Börsenwert liegt bei rund 4,9 Billionen USD. Die Bank HSBC stufte sie auf „buy“ (kaufen) hoch und hob ihr Kursziel auf 366 USD von zuvor 260 USD an — begründet mit den kommenden KI-Funktionen und dem anstehenden Produktzyklus. Bemerkenswert am Zusammentreffen: In derselben Woche, in der die Chipwerte auf Talfahrt gingen, stellte deren größter Kunde einen Rekord auf. Welcher der beiden Fälle in Ihr Depot passt, entscheiden Sie — das ist keine Anlageberatung.

Morgan Stanley hat die Krypto-Broker beim Preis unterboten. Diese Woche schloss die Bank den Rollout des Krypto-Handels auf E*Trade ab, ihrer Retail-Plattform — zu einer Gebühr von 0,50 %. Das liegt unter den bis zu 0,95 %, die Coinbase und Robinhood ihren Privatkunden berechnen. Vorerst gilt das nur in den USA. Interessant ist weniger der Preis als die Haltung dahinter: Ein etablierter Broker behandelt Krypto nicht mehr als Kuriosität, sondern als ganz normale Handelsposition, die er bewusst günstig ins Rennen schickt.

Und was wir im Auge behalten. Die Fed entscheidet am 29. Juli über den Leitzins — den größeren Kontext dazu haben wir aufgeschrieben, als die Inflationsentwarnung mit einem Sternchen kam. In Deutschland läuft um den 28. Juli die Frist ab, bis zu der die Internetanbieter Polymarket tatsächlich sperren sollen — was die Lücke zwischen „hier verboten“ und „hier wirklich blockiert“ bedeutet, haben wir für den deutschen Fall durchgespielt. Und im August beginnt bei Revolut das Aus für USDT: Wer nichts tut, dem verkauft der Anbieter die Bestände von selbst.

Das war das Briefing. Die Quellen stehen wie immer unten — dies ist eine Zusammenfassung des Veröffentlichten, keine Anlageberatung.

Quellen

#Morgenbriefing #Chipaktien #Inflation #Netflix #Apple #Morgan Stanley
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