Zum Hauptinhalt springen

Broker Nachrichten

PayPal-Übernahmeangebot: Stripe und Advent bieten mehr als 53 Mrd. USD

Stripe und eine Beteiligungsgesellschaft wollen PayPal für mehr als 53 Mrd. USD von der Börse nehmen. Der Verwaltungsrat hält den Preis schon jetzt für zu niedrig — und tagt am Montag.

RewardHunter RewardHunter Wer ich bin → 19. Juli 2026 · 4 min · 6 quellen
Ein Smartphone mit einer schlichten blauen Bezahl-App auf einem dunklen Konferenztisch, daneben ein Stapel Vertragspapiere und ein Füllfederhalter
BrokeRewards in Google-Ergebnissen bevorzugen Öffnet Ihre Google-Einstellung für bevorzugte Quellen. Öffnen

Jemand möchte PayPal kaufen. Am 15. Juli haben Stripe — das Zahlungsunternehmen, das bei einem großen Teil des Internets hinter dem Bezahlvorgang steckt — und Advent International, eine Private-Equity-Firma, also eine Beteiligungsgesellschaft, die Unternehmen aufkauft und später weiterverkauft, gemeinsam 60,50 USD je Aktie geboten. Das bewertet PayPal mit mehr als 53 Mrd. USD und entspricht einem Aufschlag von rund 28 % auf den vorherigen Schlusskurs — so viel mehr, als die Aktie an der Börse zuletzt wert war. Dahinter stehen bereits rund 50 Mrd. USD fest zugesagter Bankfinanzierung. Beide Käufer würden PayPal je zur Hälfte halten und erklären, sie wollten das Unternehmen nicht zerschlagen.

Die PayPal-Aktie sprang daraufhin um rund 17 %. Zwei Dinge gehören vorweg. Das Angebot ist unverbindlich, also ein Vorschlag und keine unterschriebene Vereinbarung. Und PayPal, Stripe und Advent haben eine Stellungnahme allesamt abgelehnt — berichtet hat darüber Reuters, angekündigt haben es die Unternehmen nicht.

Wie es dazu kam

  • Februar 2026 — Stripe sondiert bei PayPal zum ersten Mal, ob ein Zusammengehen möglich wäre. Daraus wird nichts.
  • April 2026 — Stripe geht erneut auf PayPal zu.
  • 15. Juli 2026 — das förmliche, unverbindliche Angebot liegt vor: 60,50 USD je Aktie, mehr als 53 Mrd. USD, rund 50 Mrd. USD zugesagte Bankfinanzierung, Advent und Stripe teilen sich das Eigentum hälftig. Die Aktie legt um rund 17 % zu.
  • 17. Juli 2026 — Reuters berichtet über die vorläufige Haltung des Verwaltungsrats: Das Angebot sei unzureichend. Die Direktoren halten 60,50 USD nicht für das, was das Unternehmen wert wäre, wenn das Management den laufenden Umbau zu Ende bringt.
  • 20. Juli 2026 — der Verwaltungsrat soll zusammentreten und darüber beraten.

Das Problem des Verwaltungsrats ist nicht nur der Preis

Der Preis ist der offensichtliche Einwand, und nicht nur der Verwaltungsrat sieht das so. Der Investor Michael Burry schrieb in seinem Substack-Newsletter „Cassandra Unchained“: „$60.50 is just too low“ — 60,50 USD seien schlicht zu wenig. Cantor Fitzgerald hat eine Summe-der-Teile-Bewertung gerechnet, bei der jeder Geschäftsbereich einzeln bewertet und die Werte anschließend addiert werden, und kommt zu dem Schluss, dass sich ein nachgebessertes Angebot von rund 70 USD je Aktie begründen ließe. Bemerkenswert dabei: Die eigene Einstufung des Hauses bleibt „Neutral“ bei einem Kursziel von 54 USD, und die 60,50 USD liest man dort als Eröffnungsgebot, nicht als letztes Wort.

Laut Reuters wiegen die Direktoren aber noch zwei Dinge jenseits der Zahl ab. Erstens, ob die Käufer das Geld tatsächlich liefern können: 50 Mrd. USD an zugesagter Finanzierung sind ein starkes Signal, doch zugesagt heißt noch nicht abgerufen. Zweitens, wie die Wettbewerbsbehörden es beurteilen würden, wenn Stripe, ein Schwergewicht im Zahlungsverkehr, mit PayPal ein zweites schluckt — und wie viele Monate eine solche Prüfung dauert.

Was sich für Sie heute ändert: nichts

Wenn Sie mit PayPal bezahlen oder Geld auf ein Brokerkonto schieben, ändert sich im Moment gar nichts. Alles Weitere bräuchte erst eine Einigung, dann die Zustimmung der Aktionäre und dann die Behörden in mehreren Ländern.

Trotzdem lohnt es sich zu wissen, was ein Rückzug von der Börse konkret bedeutet, denn genau das steht zur Debatte. Heute ist PayPal börsennotiert: Jeder kann die Aktie kaufen, und das Unternehmen legt jedes Quartal ausführliche Zahlen vor. Unter Stripe und Advent käme das Delisting, also die Streichung von der Börse — keine öffentlichen Aktionäre mehr, keine Quartalsberichte, Eigentümer wären ein Konzern und eine Beteiligungsgesellschaft. Private Equity kauft Unternehmen überwiegend mit geliehenem Geld und baut sie um, um sie später weiterzuverkaufen; die üblichen Hebel sind Kosten und Preise.

PayPal ist einer der Wege, ein Konto bei eToro und anderen Brokern aufzuladen. Ein Eigentümerwechsel verschiebt eine Einzahlungsgebühr für sich genommen noch nicht.

Interessanter als der Preis finde ich etwas anderes: Einer der beiden Käufer ist gar kein Investor, sondern ein Wettbewerber. Advent bringt das Geld, Stripe betreibt längst die Bezahlinfrastruktur, gegen die PayPal jeden Tag antritt. Wenn ein Rivale den anderen kauft, überleben sich überschneidende Produkte selten beide — und für alle, die PayPal wirklich nutzen, wiegt die Frage schwerer, welche Funktionen still in Stripes Schienen wandern, als ob der Preis am Ende bei 60,50 USD oder 70 USD landet.

Was als Nächstes ansteht

Der Verwaltungsrat tagt am Montag, dem 20. Juli. Drei Ausgänge sind realistisch: Er lehnt rundheraus ab, er steigt in Gespräche ein und drängt auf mehr, oder er sagt öffentlich nichts, während im Hintergrund weiterverhandelt wird. Reuters beschreibt das Konsortium als den bislang ernsthaftesten Bieter, der weiterhin Interesse hat — das läuft üblicherweise eher auf ein nachgebessertes Angebot hinaus als auf einen Rückzug.

Dies ist eine Zusammenfassung dessen, was berichtet wurde, keine Anlageberatung. PayPal, Stripe und Advent haben sich öffentlich nicht geäußert.

Fazit

Ein ernst gemeintes Gebot, aber noch kein Geschäft. Für alle, die PayPal heute nutzen, ändert sich nichts, und der Verwaltungsrat sagt, der Preis sei zu niedrig. Interessant wird nicht der Aktienkurs, sondern die Gebührenliste — falls das je zustande kommt.

Quellen

#PayPal #Stripe #Advent International #Übernahme #Zahlungsverkehr
War das hilfreich?

Wenn Ihnen ein Ratgeber Zeit gespart hat, spendieren Sie mir gern einen Kaffee — ganz unverbindlich.

Kaffee spendieren

Kommentare

Kommentare erscheinen nach Freigabe.

Gespeichert werden nur Spitzname und Text — keine E-Mail, keine IP-Adresse. Datenschutz