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CoinShares bringt Bitcoin-Mining-ETF an die Deutsche Börse – lesen Sie das Etikett
CoinShares hat diese Woche einen Bitcoin-Mining-UCITS-ETF an die Xetra gebracht – den ersten Fonds einer neuen europäischen Plattform. Ein echtes Produkt mit echtem Nutzen. Nur verbirgt der Name, was tatsächlich im Fonds steckt, und zwei Zahlen, die Sie interessieren dürften, stehen noch aus.

Am 16. Juli 2026 hat der Krypto-Vermögensverwalter CoinShares einen Bitcoin-Mining-UCITS-ETF an der Xetra der Deutschen Börse gelistet. Es ist der erste Fonds einer neuen UCITS-Plattform, die das Unternehmen aufgebaut hat – eine europäische Fondsstruktur, die von der irischen Zentralbank (Central Bank of Ireland) zugelassen wurde und die exklusiv CoinShares vorbehalten ist.
Zwei Begriffe vorab. Ein ETF (börsengehandelter Fonds, exchange-traded fund) ist ein Korb aus Wertpapieren, den Sie als eine einzige Aktie über ein ganz normales Depot kaufen. UCITS (auf Deutsch OGAW) ist das EU-Regelwerk, nach dem hier die meisten regulierten Publikumsfonds gebaut sind – derselbe Standard, der auch hinter den Indexfonds steckt, die viele Anleger in Europa längst im Depot haben.
Ein „Bitcoin-Mining“-ETF ist nicht Bitcoin
Und damit zum Problem mit dem Namen. Dieser Fonds hält kein Bitcoin. Sein US-Schwesterfonds WGMI macht deutlich, was die Strategie tatsächlich besitzt: Aktien der börsennotierten Unternehmen, die Bitcoin schürfen und die Infrastruktur dahinter betreiben – Namen wie Cipher, HUT 8, IREN, CleanSpark, MARA und Riot, insgesamt 28 Positionen.
Das ist eine ganz andere Wette. Mining-Aktien schwanken meist stärker als Bitcoin, und zwar in beide Richtungen: Steigt der Kurs, legen sie oft kräftiger zu, fällt er, verlieren sie umso deutlicher. Zum Kursrisiko der Münze kommen eigene Risiken hinzu, die Bitcoin selbst nicht hat: die Stromrechnung, die darüber entscheidet, ob sich das Schürfen überhaupt lohnt, die periodische Halbierung (Halving), die die Belohnung fürs Mining halbiert, alternde Hardware sowie die Angewohnheit, für die Expansion neue Aktien auszugeben – was die bestehenden Anteilseigner verwässert.
Warum der UCITS-Mantel die eigentliche Nachricht ist
Das Mining-Engagement selbst ist nicht neu – WGMI wird in den USA seit Jahren gehandelt. Neu ist der UCITS-Mantel darum herum.
Europas große Institutionen – Pensionskassen, Versicherer, Privatbanken – dürfen oder wollen die schuldbasierten Krypto-Produkte (ETPs) meist nicht halten, die das Krypto-Engagement hier bislang getragen haben; ihre Anlagerichtlinien begrenzen solche Instrumente. Ein UCITS-Fonds nimmt diese Hürde. Er fügt sich in dieselben Regeln ein, denen der Rest ihres Portfolios ohnehin folgt – genau deshalb richtet CoinShares das Produkt an den nach eigenen Angaben 26,3 Billionen Euro schweren europäischen Markt für regulierte Fonds. Für Privatanleger ist der praktische Effekt einfacher: Ein UCITS-ETF taucht im ganz normalen Depot als handelbar auf, gleich neben Ihren Indexfonds, statt als Nischenprodukt, das Sie erst suchen müssen. So brachte es CEO Jean-Marie Mognetti auf den Punkt: Das Unternehmen weite „diese Fähigkeit … in den UCITS-Fondsmarkt“ aus.
Was wir noch nicht wissen
Für ein brandneues Produkt fehlen in der Ankündigung auffällig zwei Angaben: das Kürzel (Ticker), das Sie zum Auffinden eingeben würden, und die Gebühr. Der US-Schwesterfonds WGMI wird aktiv verwaltet und verlangt eine jährliche Kostenquote (Expense Ratio) von 0,75 % – hoch für einen schlichten Index-ETF. CoinShares hat aber nicht bestätigt, dass die europäische Variante dieselbe Gebühr trägt; behandeln Sie die 0,75 % also als Anhaltspunkt, nicht als genannten Preis.
Ob ein Engagement in Mining-Unternehmen überhaupt in Ihr Portfolio gehört, entscheiden wir nicht für Sie – das hängt allein von Ihrer Risikobereitschaft ab und davon, wie Sie den Bitcoin-Kurs von vornherein einschätzen. Dies ist eine Zusammenfassung dessen, was CoinShares angekündigt hat und was seine Unterlagen zeigen, keine Anlageberatung.
Fazit
Neu ist nicht das Mining-Engagement, sondern der UCITS-Mantel – er öffnet den Fonds für Gelder aus Pensions- und Versicherungskassen und für ganz normale Depots, wo ein schuldbasiertes Krypto-ETP bisher nicht hineinpasste. Nur sollten Sie das „Bitcoin“ im Namen nicht mit Bitcoin verwechseln.
Quellen
- CoinShares (über StockTitan / GlobeNewswire) – CoinShares stellt UCITS-Plattform vor und listet seinen Bitcoin-Mining-UCITS-ETF an der Xetra der Deutschen Börse, 16. Juli 2026; Plattform von der irischen Zentralbank (Central Bank of Ireland) zugelassen; Zitat von CEO Jean-Marie Mognetti en
- CoinShares – WGMI (US-amerikanischer Bitcoin-Mining-ETF), Fondsseite: hält börsennotierte Bitcoin-Mining-Unternehmen (Cipher, HUT 8, IREN, CleanSpark, MARA, Riot u. a.), 28 Positionen, Kostenquote 0,75 %, aktiv verwaltet, 221,5 Mio. USD verwaltetes Vermögen (Stand 17. Juli 2026) en
- Deutsche Börse – neue ETFs und ETPs auf Xetra (Handelsplatz der Notierung) en
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